» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

Jean Pauls Orte: Erlangen

Enthüllung der Jean-Paul-Litfaßsäule in Erlangen
Do 19.30, Untere Karlstraße, gegenüber Hausnummer 11

Begrüßung und Enthüllung durch Dr. Dieter Rossmeissl (Kulturreferent der Stadt Erlangen) und Prof. Dr. Gunnar Och (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Musik und Ausschank des Erlanger Jean-Paul-Biers (Brauerei Weller)

 

Pressemitteilung: 250 Jahre Jean Paul – Überregionale Ausstellung mit Jean-Paul-Litfaßsäule in Erlangen

Vom 31. August bis 21. September 2013  fand in Erlangen die Ausstellung „Jean Paul, Erlangen und die 'Alexandrinische Universität'“ statt, zu der ein Katalog erschienen ist.

 

Jean Paul in Erlangen

Was macht die Qualitäten einer Stadt aus? Was verleiht ihr besonderen Reiz? Jean Paul fragte sich dies oft. Wenn er eine neue Stadt kennenlernte, war er begeistert, sah nicht selten sogar ideale Eigenschaften in ihr verkörpert, erlebte in der Folge aber manche Enttäuschung. Es gibt jedoch einen Fall, wo der Prozess umgekehrt verlief: Erlangen.

1793 kam er auf dem Rückweg seiner Reise nach Neustadt/Aisch erstmals in die Stadt – und fühlte sich abgestoßen. Damit die Welt recht gründlich davon erfahre, baute er den «4. Reise-Anzeiger» seiner «Palingenesien» (1798) zu einer regelrechten Schmähschrift auf Erlangen aus. Überall nur unfreundliche Wirte, niemand, der ihm – dem man den Staub der Landstraße wohl ansah – ein anständiges Zimmer geben wollte, und überhaupt: Welch stupide Einförmigkeit der Architektur! Dieses «mit dem Schlichthobel planierte Getäfel der Häuserfronte», wo «nichts zu unterscheiden war als die Eckhäuser durch ein drittes Stockwerk», so dass man sich «einige Fischerhütten oder Saukoben oder Ruinen als Kompasse» dazwischen wünschte. Also, nichts wie fort!

1804 und 1805 nahm Jean Paul die Stadt schon gnädiger auf, und im Sommer 1811 war er so sehr von ihr angetan, dass er drei Wochen blieb und darüber den Geburtstag seiner zu Hause gebliebenen Frau vergaß. «Das Volk hier ist friedselig, frohsinnig und gebildet», berichtete er nach Bayreuth. «Viele Mägde (nett gekleidet) haben nichts auf dem Kopfe; was aber so artig steht, dass man einige bei demselben nehmen möchte.» Und vor allem: «Hier hat man viel bessere Hörrohre für die Politik als in Bayreuth.» Man bot ihm an, in Erlangen zu bleiben, doch kehrte er schließlich nach Bayreuth zurück.

Zahlreiche Besuche schlossen sich an. Im Umfeld der Universität (mit damals 200 Studenten) traf er Gelehrte, Philosophen und Schriftsteller, unter ihnen Schelling und August von Platen, nutzte die Bibliothek und pflegte lebhaften geistigen Austausch. Auch die einst verachtete landschaftliche Umgebung lernte er zu schätzen.

Zuletzt war die Stadt der Ort, wo Jean Paul sich Linderung für seine Altersbeschwerden erhoffte. Als er im Herbst 1824 den Erlanger Augenarzt Dr. Franz Reisinger aufsuchte, war es jedoch schon zu spät: Der Graue Star war nicht mehr aufzuhalten, und der Dichter erblindete binnen weniger Monate fast ganz. Sein letztes Werk «Selina oder Über die Unsterblichkeit der Seele» musste er größtenteils diktieren. Kurz vor dessen Vollendung starb er.

„Jean Paul in Erlangen“ mit Veranstaltungen (PDF)

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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