» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

Dr. Katzenbergers Badereise – Die Lust am Misanthropischen

 „Dr. Katzenbergers Badereise – Die Lust am Misanthropischen“ und „Zettelkasten, Digression und Überschneidung“ – Lesung mit den Autoren Reinhard Jirgl und Bertram Reinecke am 5. Oktober 2013 im Ratskeller in Schwarzenbach a.d. Saale in der Reihe „Mein Kollege Richter – Schriftsteller über Jean Paul“.

Auf Einladung des Kulturvereins Schwarzenbach a.d. Saale und des Vereins Jean Paul 2013 stellten die Autoren Reinhard Jirgl und Bertram Reinecke am Samstag, den 5. Oktober 2013, um 19 Uhr, im Ratskeller des Schwarzenbacher Rathauses ihre Sicht auf den fränkischen Dichter vor. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Mein Kollege Richter – Schriftsteller über Jean Paul“ des Vereins und seiner Koperationspartner im Jean-Paul-Jubiläumsjahr 2013.

Unter dem Titel „Dr. Katzenbergers Badereise – Die Lust am Misanthropischen“ referierte Reinhard Jirgl über diese spezifische Eigenschaft der Hauptperson in Jean Pauls gleichnamigen Roman. Bertram Reinecke betitelte seinen Vortrag „Zettelkasten, Digression und Überschneidung“ als einen „Essay zu unverhofften Zwillingen in der Weltliteratur sowie literarische Übertragungen in lyrische Form“ und untersucht darin die Arbeitsweise Jean Pauls, zieht Parallelen zu anderen Autoren und setzt sie mit seinen eigenen literarischen Mitteln um.

 

Mein Kollege Richter Schriftsteller ueber Jean Paul Cover

Die Dokumentation „Mein Kollege Richter – Schriftsteller über Jean Paul“ versammelt in schriftlicher Form die Beiträge von acht Autoren, die in der gleichnamigen Lesereihe ihren persönlichen Zugang zu Jean Paul präsentierten. Im Vorwort erläutern der künstlerische Leiter Christoph Beck und Dr. Monika Meier, 1. Vorsitzende des Vereins Jean Paul 2013, das Konzept und blicken zurück auf eine Veranstaltungsreihe, die vom Publikum vor Ort sehr gut angenommen wurde. (Wenn Sie im Inhaltsverzeichnis auf einen Titel klicken, gelangen Sie zu dem jeweiligen Beitrag; dort führt Sie ein Klick auf den Tintenklecks zurück in die Übersicht.)


Pressemitteilung Jean Paul 2013 e.V. vom 30.09.2013
Frankenpost vom 14.10.2013
Frankenpost vom 03.10.2013
Bayreuther Sonntag vom 05.10.2013


 

 


 

Reinhard Jirgl schrieb zunächst „für die Schublade“. Nach dem Studium der Elektrotechnik an der Berliner Humboldt-Universität arbeitete er an einem Forschungsinstitut der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Adlershof als Service-Ingenieur. 1978 wechselte er als Beleuchter an die Berliner Volksbühne, wo er Zeit zum Schreiben fand und maßgeblich durch Heiner Müller gefördert wurde. Seit 1996 lebt Reinhard Jirgl als freier Schriftsteller in Berlin, und seine Publikationen wurden mit zahlreichen Literatur-Preisen ausgezeichnet. Er ist Mitglied des PEN-Zentrum Deutschland und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Bertram Reinecke wurde 1974 in Güstrow geboren. Er studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Greifswald und absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig an. Bertram Reinecke schreibt Lyrik, Essays, Kritiken und Texte zu musikalischen Kompositionen. In sämtlichen Gedichten seines letzten Bandes „Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst" werden fremde Textquellen verwendet. Einige Texte sind vollständig aus Zeilen fremder Texte zusammengesetzt. Seit 2009 leitet er den Verlag Reinecke & Voß, in dem Texte zeitgenössischer deutscher Autorinnen und Autoren erscheinen.


Samstag, 5. Oktober, 19 Uhr
Dr. Katzenbergers Badereise – die Lust am Misanthropischen 
mit Reinhard Jirgl
Digression und Überschneidung –
Essay zu unverhofften Zwillingen in der Weltliteratur sowie literarische Übertragungen in lyrische Form
mit Bertram Reinecke
Ort: Schwarzenbach/Saale, Rathaus, Ratskeller, Ludwigstr. 4
Veranstalter: Kulturverein Schwarzenbach/Saale, Jean-Paul-Gesellschaft, Jean Paul 2013 e.V.; Eintritt: 5 €, für Mitglieder des Kulturvereins 4 €

 

Förderer, Partner und Sponsoren

 

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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