» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

Jean-Paul Barbe: Events in Kuhschnappel

 

Barbe Events Kuhschnappel

 

 

Jean-Paul Barbe: Events in Kuhschnappel. Edition Cornelius. Projekte-Verlag Cornelius. Halle (Saale) 2012.

   
154 Seiten
Preis: 14,80 €
ISBN: 978-3-95486-104-0
Erscheinungsdatum: 8. Oktober 2012
   

In den schweren ersten Nachkriegsjahren, als die Versorgung sehr problematisch war, viele Sachen nur auf Marken zu haben waren oder auf dem Schwarzmarkt, hat mich Deutschland fasziniert und abgestoßen, lange bevor ich die Sprache lernte. Ich bin aufgewachsen mit Comics, die den deutschen Soldaten als Trottel oder Monster darstellten. Abrechnen, sich rächen, sich schadlos halten waren Themen in der Kneipe oder auf dem Pausenhof. Nachdem ich, als Auslandsgermanist mit einem differenzierteren Deutschlandbild versehen, mich mein Leben lang mit der deutschen Sprache und Kultur beschäftigt habe, ist die späte Annäherung an die Thematik des Morgenthau-Plans nicht ganz zufällig.

Als Fan von Jean Paul Richter wollte ich eine politische Fiktion à la Kleindeutschland riskieren (im Kontrast zu der Blut- und Horrorvision Christoph Ransmayr in „Morbus Kitahara“). In ihr habe ich mit verspielter Feder die inneren und äußeren Gründe aufzuzeigen versucht, warum ein solcher Plan, wäre er zur Ausführung gekommen, hätte scheitern und wahrscheinlich sogar als Juxnummer verpuffen müssen.

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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