» Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

Zettelkästen – Maschinen der Phantasie

 

Zettelkaesten Maschinen der Phantasie  

 

Heike Gfrereis und Ellen Strittmatter: Zettelkästen. Maschinen der Phantasie. Ausstellungskatalog. Marbacher Katalog 66. Redaktion: Dietmar Jaegle. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach am Neckar 2013.

 

     
384 Seiten    
Preis: 28,00 €    
ISBN: 978-3-937384-85-6    
Erscheinungsdatum: 28. Februar 2013
     
Katalog zur Ausstellung Deutsches Literaturarchiv Marbach
4. März – 15. September 2013
     
Tagesspiegel 13.03.2013
homilia.de 13.03.2013
NDR online 21.04.2013
Neue Zürcher Zeitung 26.04.2013
     

INHALT

ABSTRACT Zettelkästen. Maschinen der Phantasie | ARCHITEKTUR Heike Gfrereis / Ellen Strittmatter: Architektur und Maschine. Statt eines Vorworts | BEFREIUNG F. C. Delius: Die Befreiung von den Karteikarten | BESTIARIUM Das Bestiarium von Hans Robert Jauß | BUCHTITEL Peter Reuter: Nur Buchtitel? Walter Benjamins Lichtenberg-Bibliografie | FÄDEN Hektor Haarkötter: Fäden und Verzettelungen. Eine kurze Geschichte des Zettelkastens | FINGERKREISE Jost Philipp Klenner: Schlagschatten, Betonbrücken und Fingerkreise. William Heckschers Bilderkasten | FINGERKUNST Tania Hron / Martin Stingelin: Fingerkunst. Zur Ökonomie von Friedrich Kittlers Zettelwirtschaft und ihrer ›Übertragung‹ auf Festplatten | GEIST Markus Bernauer / Angela Steinsiek: Vom Geist in der Feder. Jean Pauls Exzerpieren und Registrieren | GERAUME ZEIT Oswald Egger: Geraume Zeit 67 Gesichter Der Gesichter-Index von W. G. Sebald | HEXEREI Adriana Markantonatos: Von Köln nach Rom – »eine Fotohexerei«. Einblicke in Reinhart Kosellecks Bildarchiv | ICH Jochen Missfeldt: Der Karteikasten, die Karteikarten und ich | IMPERIUM Sabine Wolf: »Karteien sind auch nicht zu verachten.« Walter Kempowskis ›Zettel-Imperium‹ | KOMMUNIKATIONSPARTNER Johannes F. K. Schmidt: Der Zettelkasten als Kommunikationspartner Niklas Luhmanns | KURIOSITÄTENKABINETT Das Kuriositätenkabinett des Kurt Pinthus | LINIEN Alfred Anderschs Leitlinien | LISTE Petra Spies McGillen: Per Liste durch den Papier-Kosmos. Theodor Fontanes bewegliche Textproduktion – Beobachtungen zu ›Allerlei Glück‹ | LYRIDEN Jan Bürger: Peter Rühmkorfs »Lyriden« oder »Gedanken aus Grünkohl, Graupen und Kochwurst« | MICH Eckart Henscheid: Betr.: Mich | MONDFARBEN Friedrich Kittlers Mondfarben | NACHRICHTEN Dorit Krusche / Ulrich von Bülow: Nachrichten an sich selbst. Der Zettelkasten von Hans Blumenberg | POST Hermann Hesses Postkartei | PROTHESE Wilhelm Genazino: Die Prothese des Schreibens | SCHWÄRME Ernst Jüngers Satzschwärme | SEELANDSCHAFT Susanne Fischer / Bernd Rauschenbach: »Wie damit umzugehen ist … wissen Sie ja schon«. Arno Schmidts Zettelkasten zu ›Seelandschaft mit Pocahontas‹ | (HALB)SEIDEN Mirjam Wenzel: Am seidenen Zettel. Siegfried Kracauers Arbeiten an ›Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit‹ | SESAM Nobert Miller: Sesam öffnet sich. Eduard Berends doppelter Zettelkasten | SYNAPSE Martin Warnke: Vor der Synapse | TERMITENHÜGEL Hans Ulrich Gumbrecht: File Cards, klobig wie Termitenhügel | ÜBERBELICHTET Alissa Walser: Überbelichtet – Unterbelichtet | ZETTELKASTEN NR. 2 | Zettelkasten Nr. 2 Benjamin Steiner: Aby Warburgs Zettelkasten Nr. 2: ›Geschichtsauffassung‹ | ZYKEL Jean Paul auf Karteikarten lesen. Der 103. Zykel aus dem Roman ›Titan‹ | ANMERKUNGEN

back_start.jpg


Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!