» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

Matthias Ley: Bäume, Wege, Jahreszeiten – der Wanderer Jean Paul

 

Matthias Ley Cover 200  

 

Matthias Ley: Bäume, Wege, Jahreszeiten – der Wanderer Jean Paul. Katalog zur Fotoausstellung mit Zitaten Jean Pauls, ausgewählt von Nora Gomringer. Fichtel-gebirgsmuseum. Wunsiedel 2013.

      
104 Seiten    
Preis: 10 €    
ISBN: 978-3-9805920-4-8    
Erscheinungsdatum: März 2013    
      

Der Fotograf Matthias Ley, aufgewachsen in Wunsiedel, lange in Japan tätig, zeigt oberfränkische Landschaftsfotografien, die das gegenwärtige Landschaftsbild mit den schwärmerisch-idyllischen Landschafts-darstellungen in Jean Pauls Werken kontrastieren. Mit dem Blick des Heimgekehrten wandert Ley die Wege ab, die auch Jean Paul einst entlang gegangen sein muss und unweigerlich schließt sich ein Betrachtungskreis über die Jahrhunderte und das Spekulieren beginnt: diesen Baum, ob er ihn wohl auch schon gesehen hat? Ist Jean Paul just diesen Weg entlang gewandert auf seinen Reisen um Wunsiedel, Joditz, Rehau, hinaus in die Welt? Wie schneereich waren die Winter um 1780 und wie heiß die Sommer? Wie hat sich die Natur wohl im Laufe der letzten 250 Jahre verwandelt? Die Gedanken des Betrachters mäandern entlang der fotografierten Wege und Wiesen und gerade so glaubt man den Fuß des Wanderers Jean Paul noch erahnen zu können.

Die Ausstellung, die anlässlich des 250. Geburtstags von Jean Paul kontemplativ, ausschweifend und mit un-germanistischer, dafür lebhafter Begeisterung zum Werk des fränkischen Dichters hinführt, ist vom 19. März bis zum 19. Juni 2013 im Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel zu sehen. Die Schau ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet und wird im Anschluss als Wanderausstellung nach Hof in die Freiheitshalle (27.7.–27.9.2013) und ins Rathaus nach Bayreuth (2.10.–31.10.2013) gehen.

Pressemitteilung Jean Paul 2013 e.V. vom 25.09.2013
Sajinyesul Vol. 297, 01/2014

 

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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