» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

Ehrenmitglieder

 

Adele Metzner 150Adele Metzner (1919-2015), Ur-Ur-Enkelin Jean Pauls, bekundete im Jubiläumsjahr 2013 ihre Freude darüber, dass der 250. Geburtstag ihres bedeutenden Ahnen so groß und mit vielen Veranstaltungen gefeiert wird. Anknüpfend an ein Zitat aus Ludwig Börnes Denkrede zu Jean Pauls Tod, schrieb sie in ihrem Grußwort für das Jubiläumsprogramm des Vereins: „250 Jahre später kommt sein schleichend Volk ihm nach und feiert weltweit seine Werke.“ Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Jean-Paul-Museums in Bayreuth im Jahr 2010 machte Adele Metzner dem Haus eine wertvolle Schenkung mit einer Reihe von Kunstgegenständen aus dem Besitz des Dichters, darunter ein Gemälde, einen Samowar und ein kostbares Brillanthalsband aus der Hand von Königin Luise von Preußen, die Jean Paul sehr verehrte. Stellvertretend für ihren berühmten Vorfahren nahm Adele Metzner im Juni 2013 in der Eremitage in Bayreuth die Europamedaille Karl IV. entgegen; Jean Paul hatte bereits zu seiner Zeit den europäischen Gedanken hochgehalten. Das Foto zeigt Frau Metzner in der Jean-Paul-Stube in der Bayreuther Rollwenzelei.

 

Guenter de Bruyn 150Günter de Bruyn, deutscher Schriftsteller, wurde 1926 in Berlin geboren und verbrachte hier seine Kindheit und Schulzeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er von 1949 bis 1953 eine Ausbildung als Bibliothekar. Von 1953 bis 1961 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Bibliothekswesen in Ostberlin tätig, wo er auch als Dozent arbeitete. Seit Anfang der sechziger Jahre ist de Bruyn als freier Schriftsteller tätig. Häufig trat er mit autobiografisch geprägten Romanen und Erzählungen hervor, in denen das Leben in der DDR realistisch und kritisch beschrieben wird. Mit „Zwischenbilanz“ (1992) und „Vierzig Jahre“ (1996) veröffentlichte er zwei autobiografische Bücher. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1997 auch mit dem Jean-Paul-Preis. De Bruyn publizierte 1975 unter dem Titel „Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter“ eine meisterhafte Biografie über Jean Paul, die im Jubiläumsjahr 2013 überarbeitet und auf den neuesten Stand der Forschung gebracht neu erschien.

 

Kurt Woelfel 150Kurt Wölfel, emeritierter Professor für Neuere Deutsche Literatur, wurde 1927 in Würzburg geboren. Seine akademische Laufbahn begann 1963 mit einem Lehrauftrag als Privatdozent an der Universität seiner Heimatstadt. Nachdem er 1963 an der Universität Göttingen habilitiert worden war, erhielt er 1964 eine Professur an der Universität Erlangen-Nürnberg. Von 1982 bis 1992 war Wölfel ordentlicher Professor in Bonn. Von 1966 bis 1997 fungierte er als Präsident der Jean-Paul-Gesellschaft und wirkte als Herausgeber des jährlich erscheinenden Jahrbuchs des Vereins. Wölfels Spezialgebiete sind Dichtung und Dichtungstheorie des 18. Jahrhunderts sowie Jean Paul, Gotthold Ephraim Lessing und Friedrich Schiller. Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören die Aufsatzsammlung „Jean-Paul-Studien“ (1989) und „Jean Paul – Ideen-Gewimmel“ (1996) mit Texten und Aufzeichnungen herausgegeben aus dem unveröffentlichten Nachlass.

 

Eberhard SchmidtEberhard Schmidt (1945-2016), Gründer und Leiter des Jean-Paul-Museums in Joditz bei Hof, schuf Ende der neunziger Jahre zusammen mit seiner Frau Karin die „jeanpaulste“ Gedenkstätte für den oberfränkischen Dichter von Weltrang. Das Ehepaar suchte zu Beginn der neunziger Jahre ein bäuerliches Anwesen in der Gegend und fand den ehemaligen Pfarrgarten, wo Jean Paul als Kind Grammatik paukte und sein Vater im sogenannten Lusthäuschen seine Predigten lernte. Das Gartenhaus wurde 1893 durch ein Weberhäuschen ersetzt, in dessen Räumen Leben und Werk des Dichters dokumentiert werden. Zur Handbibliothek des Hauses gehören mehr als 700 Titel und mehr als 1000 Bände. Eberhard Schmidt, dessen Passion für Jean Paul 1980 begann, trat auch als Rezitator von Jean Pauls Werken hervor, in der Schriftenreihe des Museums erschienen Bücher zu Jean Paul. Das Jean-Paul-Museum in Joditz war vorübergehend geschlossen und wurde pünktlich zum 250. Geburtstag am 21. März 2013 wiedereröffnet. Für seine Verdienste um den Dichter Jean Paul wurde Eberhard Schmidt im Oktober 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Trauerrede für Eberhard Schmidt, am 01.02.2016 gehalten von Peter Nürmberger, Stadt Hof Fachbereichsleiter Kultur
Frankenpost vom 29.01.2016, Todesanzeige

Frankenpost vom 28.01.2016, Nachruf
Frankenpost vom 19./20.10.2013, Bundesverdienstkreuz

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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