» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

Jean Paul: Von der Dummheit/Über die Schriftstellerei

 

jean paul dummheit 200  

 

Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter): Von der Dummheit. Über die Schriftstellerei. Eine Auswahl aus Jean Pauls Essigfabrik. Wildleser-Verlag. Erlangen 2012.

       
56 Seiten    
Preis: 5,00 €    
ISBN: 978-3-923611-37-9    
       
Johann Paul Friedrich Richter (1763-1825), der sich später Jean Paul nannte, begann als nicht mal 18-jähriger seine literarische Laufbahn mit satirischen Schriften, die er später seine „Essigfabrik“ nannte. Sie waren seinerzeit kein Erfolg und wurden auch hernach kaum noch gedruckt, wozu die eigenwillige Sprachform und der darin enthaltene Bildungswust des passionierten Zitaten-sammlers sicher ihren Teil beigetragen haben. Dabei zeigt sich Richter als ein radikal aufklärerischer Kritiker, dessen Einsichten auch heute noch wenig von ihrer Gültigkeit und Schärfe verloren haben, denkt man an seine Kritik an die gebildeten Dummen, die er mit einem damals gebräuchlichen (und heute uns fehlenden) Ausdruck als Dunse bezeichnet oder an seine satirische Aufzählung der Bedingungen für eine erfolgreiche Schriftstellerlaufbahn, zu dem er u.a. das „Stehlen“, das Plagiat also, zählt.
     

 

 

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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